8.12.2016 – Valencia – dies und das

Ich möchte ein paar Ereignisse der letzten Wochen festhalten, die ich zeitlich schon gar nicht mehr richtig einordnen kann, an die ich mich aber später erinnern möchte.

Valencia ist eine unglaublich tolle Stadt.

Tiziana und ihr Freund sind der Knaller und es gibt immer viel Spaß in der Küche mit Bier und so. An „und so“ könnte ich mich gewöhnen, es ist sehr spaßig und nimmt einem jegliches Gefühl von Aggression.

Mein erster Ausgehabend in Valencia (ebenfalls mit Tiziana) endete (ohne sie aber dafür) mit einem 25-jährigen auf einer Privatparty in irgendeiner Wohnung voller gestörter Leute. Selbigen verlor ich irgendwann und fand mich dann plötzlich in irgendeiner anderen Wohnung bei einem letzten No-Name-Bier wieder, bevor ich dann nach Hause wackelte (um die Ecke).

Mein zweiter Ausgehabend, diesmal alleine, regte mich am Ende fürchterlich auf. Es gibt einfach extrem viele Deppen in dieser Stadt und ich mag es nicht, wenn man mir ungefragt ins Gesicht fasst. Vor allem nicht, wenn man ein dummer kleiner Itaker ist.

Highlight bisher war der Abend, an dem mein nerviger italienischer Mitbewohner ein Date aus einer Datingapp nach Hause eingeladen hat. Sie saßen im Wohnzimmer, um etwas zu rauchen und zu essen und dann kam ich. Zwischen dem Itaker und dem unfassbar hübschen Valenzianer funkte es nicht, zwischen uns beiden jedoch schon. Itako wollte noch mit den anderen nervigen Italienerinnen ausgehen, Valenziano sträubte sich dagegen und fühlte sich sichtlich etwas fehl am Platz.

Nach einiger Überzeugungsarbeit wackelten wir dann doch zu dritt los in die Bar, in der der Typ arbeitet, mit dem unsere italienische Mitbewohnerin fickt. Es war grauenhaft. Zum Glück verdrückten sich plötzlich alle Scheiß Itaker nach draußen zum Rauchen und ließen uns beide bei fürchterlichem Craft-Beer zurück. Die Chance konnte ich nicht ungenutzt lassen und so wurden schnell und heimlich Nummern getauscht, auch wenn ich jetzt gar nicht mehr weiß, wie ich das eingefädelt habe. Sicherlich extrem plump.

Wir verabredeten uns für einen Discobesuch letzten Samstag und es war ein extrem gelungener Abend/Morgen.
Montag Abend gab es ein romantisches Abendessen – bei Burger King. Er steht drauf, also warum nicht. Es war super!Es ist ein sehr komisches Gefühl, sich mit so unglaublich jungen Menschen zu umgeben…aber irgendwie ist es auch ganz schön 🙂

25.11.2016 – Die Spanischprüfung Teil 1

Wie ich es von langer Hand strategisch geplant hatte, wollte ich heute und morgen die Spanischprüfung des Instituto Cervantes auf Niveau C1 ablegen. Dafür hatte ich vor über einem Monat 197 Euro hingeblättert. Es muss/musste also klappen.

Ich erwachte mit einem fürchterlichen Nackenschmerzen-Schädel und dem schrecklichen Gedanken, heute vor zwei Sprachschullehrerinnen eine mündliche Prüfung ablegen zu müssen. Ich spielte ernsthaft mit dem Gedanken, auf die 197 Euro zu scheißen, da mir die Vorstellung viel zu große Angst bereitete.

Gegen 15:15 Uhr wackelte ich dann aber doch mit leichten Durchfallbeschwerden los in die Innenstadt und wurde in der Sprachschule erstmal in einen Warteraum zu einer Itakerin (klar), einer Deutschen und einer Österreicherin gesetzt.

Irgendwann nach einer halben Stunde wurde ich dann aufgerufen und in den Vorbereitungsraum geführt, wo ich 20 Minuten Zeit hatte, einen Text zu lesen, den ich später den Prüferinnen in zusammengefasster Form wiedergeben und um meine Meinung ergänzen sollte.
Diesen Teil verkackte ich erstmal ordentlich. Teil 2 bestand aus Fragen zum Thema, sie stellten mir jedoch nur zwei, die ich glaube ich halbwegs geschickt beantwortete. Und Teil 3 war eine kurze Diskussion, bei der ich meine Gesprächspartnerin davon überzeugen musste, mit mir eine Reise im Wohnmobil anstatt der üblichen Reise ins all-inclusive Hotel zu machen. Ich glaube, dass das recht gut ging.
Sie verabschiedeten mich und ich ging frierend und Selbstgespräche führend wieder Richtung nach Hause. Vorher schaute ich noch bei Tiziana in der Schmuckwerkstatt vorbei und schnitt und schliff einen Haufen Kreise aus farbigem Glas, was mir eine erstaunliche Genugtuung bereitete. Bald werden diese Kreise tolle Broschen und Ringe sein. Super!

Den Abend widmete ich dann dem Bier und köstlichen vegetarischen Häppchen in der Bar neben dem Schmuckladen und versuchte, zeitig ins Bett zu gehen (zeitig = vor 2), was sogar klappte. Nur Einschlafen dauerte beim schnarchenden Nachbarn und der Disco im Untergeschoss wieder mal recht lange…

26.11.2016 – Die Spanischprüfung Teil 2

Ich musste um 7:15 Uhr aufstehen um pünktlich (und noch deutlich vor den Spanischlehrern…) um 8:30 an der Sprachschule zu sein.

Wir begannen um Punkt 9 Uhr mit der schriftlichen Prüfung, deren erste 4 Aufgaben mir erstaunlich einfach vorkamen, die 5 Aufgabe jedoch brutal schwer war, viel schwerer als in meinem Übungsbuch.
Nachhaltig frustriert ging es über zu Hörverständnisprüfung, in der 2 von 4 Aufgaben (die 2 schwersten…) von Südamerikanern gesprochen wurden.
Nix verstanden, mega-fail.

Danach noch zwei grauenhaft schlechte Texte geschrieben und dann war’s das auch schon. Jetzt nur noch 2 bis 3 Monate auf das Ergebnis warten.

Danach ging ich ein Bier mit zweien der Weiber trinken, die mit mir in der Prüfung saßen und dann ging es extrem beschwingt nahtlos in einen Abend mit ziemlich viel Bierspaß über.

18.11.2016 – Einzug bei den (anderen) Itakern

Nach einigen Tagen der verzweifelten Unterkunftssuche entschied ich mich gegen meinen Verstand und sagte einem kleinen Italiener zu, dass ich gerne bei ihm in der WG wohnen würde. Gestern zog ich dann mit Sack und Pack ein.

Ich wurde herzlich und mit Gin Tonic empfangen und wir quatschten ein paar Stündchen. Nach einer Weile kam auch seine/meine andere Mitbewohnerin (eine italienische Freundin vom kleinen Itaker) dazu, die seit 2 Monaten in Valencia lebt.

Danach traf ich Tiziana in einem hippen Buch-Irgendwas-Hipster-Event….aber es gab Bier. Danach ging’s weiter in einer Bar zu einem Konzert, in dem zwei Freunde von Juan auf der Gitarre spielten und dazu sangen. Das war so wie Karaoke, nur mit Talent. Hätten Frau Sturm und ich nur ein Zehntel dieses Talents, wir wären die Knaller im Monster Ronson’s.
Danach ging es noch auf ein paar Bier in meine „alte WG“ und dann nach Hause in mein neues Bett, in dem ich zu den Diskobässsen des Clubs aus dem Untergeschoß irgendwann einschlief.

 

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